Willkommen

 
Die Hundehysterie in Deutschland hat viele »Väter«. Zum einen sind es die skrupellosen Hundehalter aus Hamburg, die für den Tod eines kleinen Jungen verantwortlich zu machen sind.
Zum anderen sind es ihresgleichen, die Hunde zur Einschüchterung anderer als Waffe einsetzen.
Und es sind die Politiker, die vor allem mit Eilentschlüssen und Rundumschlägen statt mit geeigneten Maßnahmen auf den kynologischen Supergau von Hamburg reagiert haben.
Aber auch die Medien tragen eine gehörige Mitschuld an der plötzlichen Hundehysterie. »Blutige« Schlagzeilen, reißerisch geschriebene Artikel, erschreckende Bilder von zähnefletschenden
so genannten Kampfhunden hinter Zwingergittern und erschütternde Bilder der Opfer von Hunden, haben Angst geschürt und Hass gesät.
Aber die beharrliche Kritik der Hundehalter und der Experten hat zumindest die Presse beeindruckt, die inzwischen weitestgehend zu einer sachlicheren Berichterstattung zurückzufinden
scheint.
Weniger beeindruckt zeigten und zeigen sich einige Politiker ob der Kritik aus der Fachwelt. Mit einer an Starrsinn erinnernden Uneinsichtigkeit verteidigen oder ignorieren
sie Zweifelhaftigkeiten, Fehler und Mängel ihrer Listen und Auflagen. Es stimmt sehr nachdenklich, dass die Volksvertreter sich über die Kritik der Veterinärmediziner, Biologen,
Ethologen und Kynologen hinwegsetzen. Dieses Verhalten erweckt den Eindruck, als hätten die Entscheidungsträger mit geschlossenen Augen und Ohren über
die vermeintliche Gefährlichkeit von Hunden nach eigenem Gusto, also quasi aus dem Bauch heraus entschieden. Aber solche Entscheidungsgrundlagen
sind anfechtbar, vor allem, wenn sie de facto jedweder wissenschaftlichen Grundlage entbehren und in sich widersprüchlich sind.
Seit Bekanntwerden der erheblichen Schwachpunkte der Verordnungen, setzen sich immer mehr namhafte Experten und Organisationen, ja selbst einzelne Politiker
für die Hunde ein: Gegen die Hamburger Hundeverordnung hat sich die Tierärztekammer in einem offenen Brief an die Hamburger Sozialsenatorin ausgesprochen, in dem
sie die aufgestellten Rassekataloge ablehnt, die laut der Veterinäre Fakten zur Euthanasie einzelner Rassen schaffen würden.